TSG Verrenberg 1947 e. V.TSG Verrenberg 1947 e. V.

 

Die Vereinsgründung

Schon 1925 wurde in Verrenberg ein Turnverein ins Leben gerufen. Das war ungewöhnlich für ein so kleines Bauerndorf. Eine Handvoll junge Männer, Bauern und Handwerker, hatte sich die körperliche Ertüchtigung nach den Idealen des Turnvaters Jahn zum Ziel gesetzt. Die Mittel waren gering und schon die Anschaffung eines Barrens bedeutete eine große Errungenschaft. Als "Turnhalle" diente ein einfacher Anbau an der Kelter. Beim Stiftungsfest 1926 und Sommerfest 1929 wurde "frisch, fromm, fröhlich, frei" geturnt mit "volkstümlichen Übungen. Die Entwicklung nach 1933 setzte dem Verein ein Ende.

Zwei Jahre nach Kriegsende, in einer Zeit des Wiederaufbaues Deutschlands schlossen sich fußballbegeisterte Verrenberger zusammen und gründeten am 17. Oktober 1947 die TSG Verrenberg.
Dies waren insbesondere Willi Fanfara, Karl Frank, Helmut Heß, Anton und Franz Kiß, Gerd und Friedel Lisson, Karl Mezger, Rudi Paeth, Karl und Otto Sommer. In Frieder Rupp fand man einen Helfer und Förderer aller Velange. Eugen Strobel wirkte als Kassier und Willi Schneider als Vorstand brachten die junge TSG Verrenberg aus den Startlöchern.

Eigentlich war es ein "FC", also ein Fußball Clulb, doch in Anbetracht dessen, dass man so die Möglichkeit hat weitere Sportarten hinzuzufügen, wählte man die "Turn- und Sportgemein-schaft". Am Gründungsabend wurden 90 Liter gestifteter Wein verkauft, für welches Geld man Trikots, Stiefel und Bälle anschaffen konnte.

 

           Bild oben
           1. Mannschaft 1948/1949
           von links nach rechts stehend: Schweider W. (1.Vors.), Mezger Karl, Kisch  
           Anton, Tolksdorf Albert, Sommer Otto, Conrad Stephan, Frank Karl, Reinninger
           Fritz, Lisson Gerd, Reininger Ernst (Betreuer)
           von links knieend: Peth Rudi, Reuss Willi, Müller Walter

           Bild unten
           Jugend 1948/1949
           Von links stehend: Poschik Josef (Jugendleiter), Kühner Fritz, Baier Alois, Haas
           Hermann, Härterich Hermann, Lederer Heinz
           Von links knieend: Werner Heinz, Schneider Franz, Kettner Fritz
           Von links sitzend: Strobel Heinz, Wolf Josef, Elmar Hanselmann
     

 


Auf dem Golberg wurde ein Sportplatz hergerichtet und ein Umkleidehäuschen erstellt, allerdings ohne Wasseranschluss. Für die Körperwäsche nach dem Spiel begnügte man sich mit einem Gartenschlauch und einer Zinkwanne vor der Kelter. Dort, auf der Dorfstraße, wurde auch trainiert, nicht immer zur Freude der Anwohner.

Ein Pforzheimer Bürger, der in Verrenberg Obst, Eier und andere Nahrungsmittel erwerben wollte, vermittelte 1948 die erste freundschaftliche Beziehung zu einem größeren Verein. Man war  zu Gast beim VfR Pforzheim, spielte, feierte fröhlich und empfing selbst die Spieler und Angehörigen aus der Schmuckstadt, für die der Aufenthalt in Verrenberg angesichts der schlechten Ernährungslage in den Städten einem Besuch im Schlaraffenland glich.

Leistungsgrundsätze

Regelmäßiges Training führte bald zu sportlichen Erfolgen, zudem stand eine spielstarke einsatzbereite Mannschaft zur Verfügung. Zur Förderung der Leistung wurden vereinsintern folgende "Allgemeingültigen Regeln für den Fußballer" ausgegeben:

I. Deine Mannschaft ist ein Ganzes. Du bist nur ein Glied in ihr und mußt dich der   
   Kameradschaft stets unterordnen!!!

   1. Unkameradschaftlich ist es, wenn du einem angesetzten Spiel ohne Grund fernbleibst!
   2. Unkameradschaftlich bist du, wenn du am Abend vor dem Spiel dem Alkohol frönst
       und dann mit deinen schlechten Leistungen deine Mannschaft schädigst!
   3. Unkameradschaftlich bist du, wenn du deine Kraft und dein Können im Spiel nicht voll
       einsetzt!
   4. Unkameradschaftlich bist dur, wenn du den Gegner oder den Schiedsrichter unbeherrscht
       attakierst!
   5. Unkameradschaftlich bist du, wenn du nach einem Mißerfolg die Fehler bei anderen suchst.
       Überprüfe immer zuerst dich selbst!

II. Der Gegner ist Sportsmann wie du. Achte in ihm den Kameraden, auch wenn er dir
    überlegen ist!

    1. Unsportlich bist du, wenn die deinen Gegner mit Absicht schädigst, auch wenn er dich 
        gefoult haben sollte!
    2. Unsportlich bist du, wenn du deinen Gegner mit Schimpfworten beleidigst!
    3. Unsportlich bist du, wenn du dich nach unfairem Spiel nicht entschuldigst!
    4. Unsportlich bist du, wenn du nicht bereit bist, nach einer Niederlage dem besseren 
        Gegner deine Achtung zollen! Gratuliere ihm!
    5. Unsportlich bist du, wenn du als Sieger Deinen Gegner verlachst und verhöhnst.
        Der Sportler nimmt Sieg und Niederlage mit gelassener Ruhe hin!

III. Der Schiedsrichter ist um sein Amt nicht zu beneiden. Erwarte nicht, dass er alles sieht.
      Seine Entscheidung, auch wenn sie nach deiner Meinung falsch ist, hat Gültigkeit!

      Hilf mit, das raudihafte, halbstarke Gezänk von unseren Fußballplätzen fernzuhalten!
      Kämpfe mit deiner Mannschaft für Sauberkeit, Ritterlichkeit und Kameradschaft!!!


Die Gründung der Damenmannschaft

Seit Juli 2007 gibt es in Verrenberg eine Mädchenmannschaft C-Jugend.

Da es im Umkreis zu wenige B-Jugendmannschaften gab, wurde im Juli 2010 die Frauen-mannschaft in den Spielbetrieb aufgenommen. Es wurde in der Bezirksliga 3 gespielt. Allerdings mit mäßigem Erfolg und immer weniger Spielerinnen. 
So kam es zu ersten Kontakten mit dem  TSV Pfedelbach und schließlich zur Gründung einer Spielgemeinschaft am 1. Juli 2011.



Die sportlichen Erfolge der Männer

Diese Grundsätze führten den kleinsten Verrein des Fußballbezirks Hohenlohe nach 1956 zu großen Erfolgen. In der Ausspielung des Hohenloher Wanderpokals wurde die Mannschaft in Heimbach gegen den SSV Stimpfach mit 3:0 Toren Pokalsieger der C-Klasse, erkämpfte in Sulzdorf gegen die Spvgg Hengstfeld mit 4:2 die Pokalmeisterschaft der B-Klasse und stand am 03.08.1957 in Künzelsau im Endspiel gegen den A-Klasse-Vertreter VfB Bad Mergentheim. In der Verlängerung wurde durch ein 2:1 die Sensation perfekt: Verrenberg war Hohenloher Pokalmeister!

         

          Hohenloher Wanderpokal-Meister 1956/57
          von links: Kühner Walter, Kühner Fritz, Härterich Hermann, Gebert Hermann,
          Schneider Franz, Wolf Josef, Strobel Heinz, Kettner Fritz, Mezger Karl, Lederer Heinz,
          Bacher Alois

Die Erfolgsserie wurde fortgesetzt. 1959 erkämpfte sich die I. Mannschaft die Meisterschaft der C-Klasse, wurde 1961 B-Klassen-Meister und gab ein allerdings nur 1-jähriges "Gastspiel" in der höchsten Klasse des Bezirks. 
Da jeder Aufstieg mit der Verleihung des Fairneßpreises verbunden war, erwarb sich die Elf viel susätzliche Sympathie.

Dann aber stieg der Verein infolge Spielerwechsels ab und landete nach weiteren 2 Jahren wieder in der untersten Spielklasse.

1964 übernahm mit Karl Mezger ein Spieler der alten Garde die Leitung des Vereins. Er nahm die Verbesserung der für den Sport notwendigen Anlagen in Angriff. Mit dem Bau der neuen Schule erhielten die Spieler einen Umkleideraum, eine Duchanlage und einen Trainingsplatz. In Eigenleistung wurde die Sportplatzanlage auf dem Golberg verbessert. Aktive und passive Mitglieder opferten ihre Freizeit, ebneten den Platz ein, sorgten für eine Umzäunung und schufen Parkplätze.

So konnte im Juli 1967 auf dem Golberg in einem größeren Rahmen das 20-jährige Vereinsjubiläum mit einem Pokalturnier und einem Heimatabend gefeiert werden. Dass der TSV Bitzfeld, der in nachbarschaftlicher Freundschaft sein Zelt zur Verfügung gestellt hatte, als Sieger aus dem Turnier hervorging, wurde mit besonderer Freude vermerkt.

Der große Erfolg dieser Veranstaltung sorgte auch wieder für sportlichen Aufwind: am 12.02.1968 wurde die TSG in Öhringen gegen den TSV Waldbach mit 4:2 Toren zum zweiten Mal in ihrer Geschichte Hohenloher Pokalsieger der C-Klasse.


         
    
         C-Klasse Pokalmeister 1968
         von links stehend: Günther Wolfgang, Pietsch Kark-Heinz, Ungerer Herbert, 
         Baier Alois, Mugele Gerhard, Knobling Dieter
         sitzend: Ketterer Willi, Schumacher Fritz, Frisch Hermann, Kettner Helmut, Unger
 

Auf den sportlichen Bereich wirkte sich die neue Sportanlage nach der Einweihung im Juli 1980 positiv aus. Die TSG Verrenberg erreichte im darauffolgenden Spieljahr 1980/81 bereits 2 Tage vor Saisonabschluß die Meisterschaft in der Kreisliga B und stieg somit in die Kreisliga A auf.

              
      
            
         Kreisliga B Meister 1980/81

         Von links stehend: Mezger Karl (1. Vors.), Frank Erwin (Trainer), Kletzenbauer 
         Hans, Volpp Jürgen, Schneider Rudolf, Schmelzle Hans, Renninger Helmut, Frank
         Peter, Mezger Adolf, Müller Heinz (Abtl.)
         von links sitzend: Schlipf Walter, Munsch Heinz, Frank Helmut, Schmidt Martin,
         Gebert Otto


Der angestrebte Klassenerhalt in der Saison 1981/82 wurde mit 8 Punkten Vorsprung auf den ersten Absteiger erreicht. Im Laufe der Saison 1982/83 verlängerte sich die Verletzungsliste der TSG-Mannschaft mit der Dauer der Runde. So spielte am wiederum gegen den Abstieg. Da in diesem Jahr die Mannschaften recht dicht beieinander lagen, zählte jeder Punkt und hier hatte die TSG Verrenberg nicht viel Glück. So musste man die Kreisliga A nach 2 Jahren Zugehörigkeit wieder verlassen. Der sportliche Tiefpunkt erfolgte in der Saison 1989/90 durch die Platzierung am Tabellenende. Diese Talfahrt sollte noch eine Weile andauern, doch eine junge aktive Mannschaft und die Verrenberger Jugendarbeit stimmten 1997 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums für die Zukunft zuversichtlich, dass sich bald wieder entsprechende Erfolge einstellen könnten. 



Die  neue sportliche Heimat

Mit der Eingemeindung der Gemeinde Verrenberg in die Stadt Öhringen konnte der Vorsitzende Karl Mezger auch eine neue Ära der Vereinsgeschichte in die Wege leiten. Die Stadtverwaltung sagte zu, in Ortsnähe einen Sportplatz errichten zu lassen. Auf dem Golberg dagegen sollte ein Freizeitzentrum entstehen.
So nahm man denn mit einem erfolgreichen Pokalturnier am 5./6. Juli 1975 eigentlich schon Abschied vom Golberg-Sportplatz. Wieder gewann der TSV Bitzfeld den begehrten Pokal. Der finanzielle Erfolg aber sollte Grundstock sein zum Bau eines Vereinsheims mit Umkleide-räumen, sanitären Anlagen und Geräteraum. 1978 war es dann soweit. Die Stadt Öhringen schuf am Nordrand des Ortes einen neuen Sportplatz. Durch vorbildliche Gemeinschaftsleistung und mit Spenden der Verrenberger Bevölkerung sowie über 5.000 freiwillige Arbeitsstunden konnte nach 33 Jahren der große Traum der Verrenberger Fußballer in Erfüllung gehen. Mit einer dreitägigen Einweihungsfeier vom 11. bis 13. Juli 1980 wurde die neue Anlage gebührend gefeiert.


         
             

         Spatenstich durch Sportkreisvorsitzender Karl Weber am 20. Juli 1979 



         

         Der Sportheimbau schreitet bei freiwilliger Arbeit zügig voran


     
         

          Sportheim kurz vor der Einweihung im Juli 1980

 

          

         Die Einweihungsfeier im Festzelt
   

         Quelle: Festschriften zum jeweiligen Jubiläum 40 Jahre und 50 Jahre TSG Verrenberg

Der Verein wuchs an Mitgliedern und an Aufgaben. Durch die intensive Jugendarbeit und viele weitere Aktivitäten wurde es im neuen Sportheim aber schon bald eng. Zusätzlich wurde die Gemeindescheune, in der die Festausstattung für das beliebte "Verrenberger Weindörfle", das jährlich von der TSG Verrenberg durchgeführt wird, eingelagert war abgerissen und ein Ersatz war dringend notwendig.
Gleichzeitig wuchs auch die Zuschauerzahl bei den Heimspielen und die Bewirtung der Besucher musste deutlich verbessert werden.
So entschloss sich der Vorstand, das Vereinsheim im Jahr 1998 um einen Anbau zu erweitern.